Wie kommen wir zum Event –
und warum das fürs Klima zählt

Ergebnisse

51 % ÖV · 17 % Aktiv · 32 % Auto:
Über die Hälfte der Besucher:innen von Veranstaltungen in Salzburg reisen bereits klimafreundlich an – doch das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft!

Eine aktuelle Erhebung des Klimabündnis Salzburg zeigt: 51 % nutzen öffentliche Verkehrsmittel, 17 % kommen zu Fuß oder mit dem Rad. Doch was entscheidet wirklich über die Wahl des Verkehrsmittels? Und wie können wir noch mehr Menschen zum Umsteigen bewegen?
Erfahre mehr über die überraschenden Erkenntnisse, die größten Barrieren und konkrete Lösungsansätze für eine klimafreundlichere Veranstaltungslandschaft.

Vionmo Logo Sprechblasen mit Auto, Bahn, Bus, Fahrrad Graphiken auf einem Autobahn Hintergrund
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MOBILITÄT & KLIMA · SALZBURG 2026

Neue Mobilitätsdaten aus Salzburg zeigen:

Über die Hälfte des Veranstaltungspublikums reist klimafreundlich an. Doch das Potenzial ist noch größer – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Ob Konzertabend, Sportveranstaltung oder Kabarett – der Weg zum Event ist Teil der Veranstaltung. Und er hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck.

Das 3-monatige Pilotprojekt von Klimabündnis Salzburg in Kooperation mit vionmo Mobility Insights lieferte vergleichbare Daten über neun sehr unterschiedliche Veranstaltungen im Frühjahr 2026. Das Ergebnis: 51 % der 1.343 befragten Personen reisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln an – weitere 17 % kamen zu Fuß oder per Rad. Nur 32 % nutzten das Auto.
Auswertung vionmo: n = 1.343 Personen · 9 Green Events · Frühjahr 2026 · Salzburg

Standort entscheidet – nicht der gute Wille

Der deutlichste Unterschied der Studie ist zugleich der ernüchterndste: Nicht unbedingt nur Kommunikation oder Anreize erklären den Modal Split – sondern oft strukturelle Faktoren.
Bei einer Sportveranstaltung in der Stadt Salzburg, welche mit organisierten Shuttles für internationale Athletinnen und Athleten arbeitete, lag der ÖV-Anteil bei 94 %. Eine Veranstaltung im ländlichen Bereich mit schwieriger öffentlicher Erreichbarkeit hingegen verzeichnete 0 % ÖV-Anteil – schlicht weil die ländliche Lage kaum Alternativen zum Auto lässt.
Format, Lage und Zielgruppe bestimmen das Mobilitätsprofil. Das ist eine wichtige Erkenntnis für Veranstaltungsplanung und Klimaschutz gleichermaßen: Wer nachhaltige Mobilität will, muss sie von der Veranstaltungsplanung an mitdenken.

Junge Menschen fahren Öffi – aber warum?

Die Daten zeigen klare demographische Muster: Die Gruppe der 18–24-Jährigen reist mit 72 % ÖV-Anteil am klimafreundlichsten an. Bei den 35–44-Jährigen kehrt sich das Bild um – 60 % kommen mit dem Auto. Dass junge Erwachsene öffentliche Verkehrsmittel nutzen, liegt vielleicht auch nicht unbedingt an besonderem Umweltbewusstsein als an Lebensrealitäten: kein eigenes Auto, begrenzteres Budget, urbane Wohnlage. Die Herausforderung für die Klimabewegung: Wie werden aus jungen Gewohnheits-ÖV-Nutzerinnen und -Nutzern solche die dies auch in späteren Jahren beibehalten – auch wenn das Auto eines Tages leistbar wird?

Barriere Nr. 1: Die Zeit, nicht der Preis

Wer das Auto nimmt, tut es selten wegen der Kosten. Als größte Barriere für die ÖV-Nutzung nennen 48 % der Befragten zu lange Reisezeiten, 28 % schlechte Anbindung zum Veranstaltungsort und 16 % zu viele Umstiege. Nur 6 % nennen den Preis. Das ist eine klare Botschaft: Günstigere Tickets helfen wenig – schnellere, direktere Verbindungen und eine bessere letzte Meile zwischen Haltestelle und Veranstaltungsort wären die wirksameren Hebel. 33 % der Befragten würden auf Anreizsysteme und Gutscheine ansprechen – ein Hinweis, dass Kooperationen zwischen Veranstalter:innen und ÖV-Anbieter:innen Potenzial haben.
Was das für die Praxis bedeutet:

  • Veranstaltungsort und ÖV-Erreichbarkeit gehören bei der Eventplanung auf die Agenda – nicht als Nachgedanke, sondern als Kriterium, welches wenn nicht ohnehin erfüllt, als Service an die Besucher:innen mitgedacht und -plant werden sollte.
  • Die letzte Meile ist entscheidend: Wer den Weg von der Haltestelle zum Eingang verbessert, senkt die Hemmschwelle für ÖV-Nutzung spürbar.
  • Kooperationen mit ÖBB, SVV oder lokalen Shuttleanbietern können den Unterschied machen – besonders für Events abseits des Stadtzentrums.
  • Daten sind der Ausgangspunkt: Was nicht gemessen wird, lässt sich nicht verbessern. Die Erhebung ist ein Modell für weitere Veranstalter:innen in der Region.

Mobilität ist kein Zufall – sie ist planbar.

Dieser Satz ist mehr als ein Slogan: Er beschreibt die Chance, die in strukturierter Datenerhebung und gezielten Maßnahmen liegt. Das Klimabündnis begrüßt diesen Ansatz und sieht in der Zusammenarbeit von Veranstalter:innen, Verkehrspartnern und Dateninitiativen wie vionmo einen vielversprechenden Weg für eine klimafreundlichere Veranstaltungslandschaft in Salzburg.

Quelle: Auswertung des Pilotprojekts Mobiltätsdatenerhebung bei Green Events in Salzburg durch vionmo durchgeführt vom Green Event Salzburg Programm in Kooperation mit vionmo Mobility Insights Frühjahr 2026 www.vionmo.com

Martin Signitzer

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Mag. Martin Signitzer