Rückblick auf die
EMW 2026

Bereits zum 25. Mal beteiligte sich Tirol an der Europäischen Mobilitätswoche.
Kinder mit Edgar, dem Maskottchen der Europäischen Mobilitätswoche

Tirol eine Woche im Zeichen der nachhaltigen Mobilität

Mit mehr als 150 Aktionen in allen Bezirken wurde innerhalb einer Woche ein starkes Zeichen für umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität gesetzt. Nun gilt es, die vorgestellten Maßnahmen auch abseits der europaweiten Aktionswoche auszubauen.
Zwei Männer sitzen im Zug und halten ein Maskottchen in der Hand
Klimabündnis Tirol – Europäische Mobilitätswoche 2026 – 18.09.2026, Innsbruck, Austria. (Photo: Nils Lang)

Motto Mobilität für alle Generationen

Unter dem Motto #Mobilität für alle Generationen fand von 16. – 22. September auch in Tirol zum 25. Mal die Europäische Mobilitätswoche statt. Die Europäische Mobilitätswoche schafft Bewusstsein für umweltfreundliche Mobilität – wie Öffis, Radfahren, Zufußgehen oder Carsharing – und zeigt Alternativen zum motorisierten Verkehr auf. Dieser ist nämlich nach wie vor der größte Hebel im Tiroler Klimaschutz. Mehr als ein Drittel der Treibhausgasemissionen entfallen auf den Verkehr..

Mit Pop-Up Begegnungszonen, Öffi-Ticketaktionen, Radparaden und zahlreichen Infoveranstaltungen und Mobilitätsfesten auf sonst oft den Autos vorbehaltenen Flächen wurden nicht nur Mobilitätsalternativen aufgezeigt, sondern auch eine Vielzahl von TeilnehmerInnen zum Mitmachen motiviert.

Andrä Stigger, Geschäftsführer von Klimabündnis Tirol und Mobilitätslandesrat René Zumtobel besuchten auf ihrer Tour durch Tirol mehrere Aktionen- selbstverständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Kinderblickchecker- Periskop
Klimabündnis Tirol – Europäische Mobilitätswoche 2026, Innsbruck Pop-Up Café Schillerpark – 18.09.2026, Innsbruck, Austria. (Photo: Nils Lang)



Gute Verkehrspolitik muss Mobilität für alle ermöglichen

Dieses Jahr stand die Mobilitätswoche unter dem Motto „Mobilität für alle Generationen“. Denn eine gute Verkehrspolitik muss Mobilität für alle ermöglichen – für Kinder und Jugendliche ebenso wie für Familien, ältere Menschen und Personen mit Mobilitätseinschränkungen.

Unter anderem beim Schillerhäusl im Innsbrucker Saggen konnte getestet werden, wie die Straße aus Kinderperspektive wahrgenommen wird. Dort machten die Stadtteilfreunde Saggen auch heuer wieder darauf aufmerksam machten, dass der öffentliche Raum gerechter verteilt gehört. Filmvorführungen wie „Der automobile Mensch“ und „Cycling Cities“ zeigten, wie in Städten wie Gent, Basel, Utrecht, Lienz, Kopenhagen oder auf der Insel Langeog Visionen in die Tat umgesetzt werden – und alle davon profitieren.

Auch das Know-How spielt eine wichtige Rolle: In Workshops konnte unter Anleitung gelernt werden, wie man Öffi-Apps bedient- für mehr Unabhängigkeit und Flexibilität.

Jugendliche sitzen malend an einem langen Tisch
Klimabündnis Tirol – Europäische Mobilitätswoche 2026, Innsbruck Infostand Superblock Dreiheiligen – 18.09.2026, Innsbruck, Austria. (Photo: Nils Lang)

Begegnung und Bewegung statt Parkplätzen

An zahlreichen Orten in Tirol zeigten Veranstalter, wie Straßen und Parkplätze umfunktioniert werden könnten. Unter anderem fanden in Reutte und Landeck autofreie Tage statt.

Im Innsbrucker Stadtteil Dreiheiligen wurde im Rahmen der EMW das Projekt Superblock vorgestellt. Vorbild dafür ist die katalanische Hauptstadt.
Bei Barcelonas Superblocks werden bis zu neun Häuserblocks zusammengefasst. Fußgänger und Radfahrer haben Vorrang, Autoflächen werden durch Spielbereiche, Sitzgelegenheiten und Begrünung ersetzt. Autos dürfen nur eingeschränkt und mit 10 bis 20 km/h fahren. So entstehen ruhigere, grünere Straßen mit mehr Raum für Begegnungen. Im Konzept von 2016 war das Ziel, rund 500 solcher Zonen zu schaffen. Trotz anfänglicher Widerstände erwies sich es sich Konzept als erfolgreich: Das befürchtete Geschäftssterben blieb aus, die Zahl lokaler Läden stieg sogar um 30 Prozent.
Inzwischen wird das Konzept zu einem stadtweiten Netz aus verkehrsberuhigten, begrünten Straßen und Plätzen weiterentwickelt.

Anwohner:innen und Schüler:innen konnten sich in Dreiheiligen ein Bild von den Plänen machen und ihre Ideen künstlerisch ausdrücken.

Erwachsene und Kinder fahren als Gruppe mit Rädern durch eine Straße
Kidical mass



Radfahren muss auch für Kinder sicher werden

Gleich bei mehreren Gelegenheiten wurde im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche darauf aufmerksam gemacht, dass vielerorts die Möglichkeit für Kinder, sicher und umweltfreundlich zur Schule oder zu Freizeiteinrichtungen zu gelangen, fehlt. Andrä Stigger, Geschäftsführer von Klimabündnis Tirol machte bei seinen Besuchen auch auf die vielen Vorteile aufmerksam, wenn Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher zur Schule kommen. Er bedankte sich bei den Veranstalter:innen der besuchten Aktionen – stellvertretend für alle Gemeinden, Vereine, Betriebn und Bildungseinrichtungen, die sich mit Aktionen an der Europäischen Mobilitätswoche beteiligten. Gleichzeitig betonte er aber, dass es notwendig sei, die vielen Aktionen vom Einzel- zum Regelfall zu machen, von einer temporären zu einer dauerhaften Maßnahme, damit die Mobilitätswende weiter voranschreitet.

Wenn junge Menschen lernen, dass klimafreundliche Mobilität Spaß macht und gesund ist, bleibt das Auto im Erwachsenenalter gerne stehen. Denn ein Großteil unserer Alltagswege sind weniger als 5 km lang – eine ideale Distanz für das Fahrrad oder zu Fuß.

Kinder fahren mit verschiedenen Fahrzeugen auf Schulhof
Nachhaltige Mobilitätsformen an der Volksschule Scharnitz

Blühende Straßen und Platz für Sport, Spaß und Begegnung

Bunten Straßenbemalungen gab es wieder vielerorts in Tirol.  Dieses Jahr machten sich Andrä Stigger, Geschäftsführer von Klimabündnis Tirol und Mobilitätslandesrat René Zumtobel auf den Weg, um die Zeichnungen der kleinen Künstler in Scharnitz persönlich zu bewundern. Schon seit 2011 ist die Volkschule Scharnitz bei der EMW dabei. Heuer wimmelte es auf dem Parkplatz der Schule von Schüler:innen, die verschiedenste Fahrzeuge ausprobieren konnten.

René Zumtobel, bedankt sich bei der Schulgemeinschaft für die treue Teilnahme an der EMW:

Kampagnen wie diese bieten eine Gelegenheit zum Ausprobieren neuer Mobilitätsmaßnahmen, ob in der Gemeinde, im Betrieb oder am Schulweg und motivieren Menschen, ihr Mobilitätsverhalten zu überdenken. Zu Fuß gehen, Radfahren und öffentliche Verkehrsmittel bekommen den Raum, der ihnen zusteht.