Nachschau 2. Tiroler Mobilitätskonferenz

Gemeinden, Betriebe und Mobilitätsexpert:innen diskutierten, wie aktive Mobilität Tirols Regionen stärkt.

Aktive Mobilität als Standortvorteil

Wie können Gemeinden lebenswerter, Ortszentren attraktiver und Arbeitswege klimafreundlicher werden? Vertreter:innen aus Gemeinden, Betrieben und Interessensvertretungen tauschten sich bei der 2. Tiroler Mobilitätskonferenz im Landhaus Innsbruck über Lösungen für aktive Mobilität aus.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie gute Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr nicht nur zum Klimaschutz beiträgt, sondern auch Gesundheit, Lebensqualität und Wirtschaft stärkt. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in innovative Projekte, praxisnahe Maßnahmen und erfolgreiche Beispiele aus Österreich und dem europäischen Raum.

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Mobilität neu denken

Aktive Mobilität ist längst mehr als ein Verkehrsthema. Sie beeinflusst, wie attraktiv Gemeinden für Bewohner:innen, Betriebe und Besucher:innen sind. Sichere Gehwege, gute Radverbindungen und lebendige öffentliche Räume schaffen Begegnung, fördern Gesundheit und stärken lokale Wirtschaftskreisläufe.

Auch das Jahresthema des Klimabündnis Tirol „Tirol im Wandel – gerecht, mutig, miteinander“ spiegelte sich in der Konferenz wider. Denn klimafreundliche Mobilität soll für alle Menschen zugänglich und leistbar sein – unabhängig von Wohnort, Alter oder Lebenssituation.

Mobilitätslandesrat René Zumtobel hob hervor, wie wichtig Zusammenarbeit für die Mobilitätswende ist: „[Zitat ergänzen]“

Potenziale für lebenswerte Ortszentren

Den fachlichen Auftakt machte Dr. Claus Doll vom Fraunhofer-Institut ISI mit seiner Keynote „Potenziale für den Radverkehr und für lebenswerte Ortszentren – Modelle und Erfahrungen aus Europa“.

Im Mittelpunkt standen internationale Beispiele, die zeigen, wie Gemeinden durch aktive Mobilität lebenswerter und wirtschaftlich attraktiver werden können. Deutlich wurde dabei: Gute Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr stärkt nicht nur den Klimaschutz, sondern bringt auch Vorteile für Handel, Aufenthaltsqualität und Gesundheit.

Spotlight on: Good Practices und neue Perspektiven

Wie gelingt aktive Mobilität konkret vor Ort? In sechs Spotlight-Sessions erhielten die Teilnehmenden Einblicke in unterschiedliche Praxisbeispiele, Planungsansätze und Beteiligungsformate.

Von kostengünstigen Maßnahmen zur Radverkehrsförderung bis hin zu innovativen Beteiligungsprozessen zeigte sich: Oft reichen bereits kleine Veränderungen aus, um große Wirkung zu erzielen.

Einfache und kostengünstige Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in Gemeinden

Eva Seebacher (Komobile) zeigte, wie Gemeinden bereits mit einfachen und vergleichsweise günstigen Maßnahmen den Radverkehr stärken können. Im Fokus standen Aufwand und Nutzen verschiedener Maßnahmen sowie die positiven Auswirkungen auf Gesundheit, Umwelt und öffentliche Budgets.

Nachhaltige Mobilität als Wirtschaftsfaktor

Wie profitieren Ortszentren und Betriebe von aktiver Mobilität? Dieser Frage widmete sich die Session von Carsten Diekmann. Im Mittelpunkt stand die Rolle von fußläufigen Ortszentren und hochwertiger Radinfrastruktur für den lokalen Handel.

Diskutiert wurde unter anderem, wie Verkehrsberuhigung, gute Fahrradabstellanlagen und attraktive öffentliche Räume Kund:innenfrequenz und Aufenthaltsqualität erhöhen können.

Innovative Fußverkehrskonzepte für Gemeinden

Bürgermeister Michael Hammer gab Einblicke in die Umsetzung eines innovativen Fußverkehrskonzepts in Altenberg bei Linz. Aufbauend auf Bürger:innenbeteiligung und konkreten Analysen wurden dort Gehwege ausgebaut und sichere Verbindungen geschaffen.

Die Session zeigte, wie Gemeinden mit gezielten Maßnahmen klimafreundliche Mobilität stärken und gleichzeitig Ortsteile besser verbinden können.

Mobilopoly – Kooperation statt Konkurrenz

Im Rahmen des Projekts NetWorkMob entwickelte das Team von Klimabündnis Tirol das interaktive Planspiel „Mobilopoly“. Dabei schlüpften die Teilnehmenden in unterschiedliche Rollen – von der Bürgermeisterin bis zum Hotelier – und entwickelten gemeinsam Lösungen für Mobilitätsherausforderungen in der fiktiven Gemeinde Lahnenstein.

Im Mittelpunkt standen typische Herausforderungen vieler Tiroler Gemeinden: Stau, fehlende Radverbindungen, belastete Ortszentren und unattraktive Alternativen zum Auto. Mit unterschiedlichen Ressourcen, Interessen und Verantwortlichkeiten erarbeiteten die Gruppen konkrete Maßnahmenpakete für sichere und klimafreundliche Mobilität.

Das Workshop-Format machte deutlich: Nachhaltige Mobilität gelingt nur durch Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Betrieben, Tourismus und Bevölkerung.

Mehr Infos und Tools rund um Betriebliches Mobilitätsmanagement auf dem NetWorkMob Padlet.

Barriere(un)freiheit selbst erfahren

Der ÖZIV Tirol gab in seinem Sensibilisierungstraining Einblicke in die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen. Teilnehmende konnten selbst ausprobieren, welche Barrieren im Alltag auftreten – etwa im Rollstuhl oder mit Taststock.

Die Session machte deutlich, wie wichtig barrierefreie Gestaltung für sichere und inklusive Mobilität ist.

Pop.up.Dorfplatz Hittisau

Wie aus einem Parkplatz ein Ort der Begegnung entstehen kann, zeigte Caroline Jäger vom Energieinstitut Vorarlberg anhand des Beteiligungsprozesses in Hittisau.

Seit mehreren Jahren wird der Dorfplatz dort gemeinsam mit Bevölkerung und lokalen Akteur:innen umgestaltet. Das Projekt zeigt, wie öffentliche Räume mit kreativen Ideen und vergleichsweise geringen Mitteln neu belebt werden können.

Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt, dass Veränderung Zeit braucht – manchmal fünf Jahre, bis sich neue Nutzungen im öffentlichen Raum etablieren. Die Pop‑up‑Phase war eine wertvolle Lernzeit, in der Abläufe erprobt, Erfahrungen gesammelt und durch die Einbindung der Vereine nachhaltige Akzeptanz geschaffen wurde – ein inspirierendes Beispiel für gelungene Beteiligungskultur.

Gemeinsam Mobilität gestalten

Die 2. Tiroler Mobilitätskonferenz zeigte: Aktive Mobilität bringt Gemeinden, Betriebe und Menschen in Bewegung. Durch Austausch, Good Practices und gemeinsame Diskussionen entstanden neue Ideen und Impulse für Tirols Gemeinden und Regionen.

Die Veranstalter:innen ziehen ein positives Fazit und sehen die Konferenz als wichtigen Beitrag für eine gesunde, sichere und klimafreundliche Mobilitätskultur in Tirol.

Wirkung und Feedback

Falls die Mobilitätskonferenz in deinem Umfeld zu konkreten Maßnahmen führt oder anderweitig Wirkung zeigt, möchten wir davon hören – schick gerne eine Mail an tirol@klimabuendnis.at

Außerdem freuen wir uns immer über Feedback zum Event: Was hat dir besonders gut gefallen? Was können wir verbessern? Gerne per Mail an anna.perktold@klimabuendnis.at.

Angebote für Gemeinden und Betriebe

Das Klimabündnis Tirol begleitet Gemeinden und Betriebe mit Beratungs- und Beteiligungsformaten rund um nachhaltige Mobilität – von den Gemeindeprogrammen PRO-BYKE und PRO-FUSS bis hin zu Angeboten für betriebliches Mobilitätsmanagement im Projekt NetWorkMob. Gemeinsam werden konkrete Maßnahmen für sicheren Fuß- und Radverkehr, klimafreundliche Arbeitswege und lebenswerte Ortszentren entwickelt.

Unterstützung vom Land Tirol

Das Land Tirol unterstützt Gemeinden und Initiativen bei der Umsetzung nachhaltiger Mobilitätsmaßnahmen. Gefördert werden unter anderem Beratungsangebote zur aktiven Mobilität, Radverkehrskonzepte, Infrastrukturmaßnahmen sowie Projekte zur Bewusstseinsbildung.

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