Erfolgreicher Start in die Netzwerkbildung

1. Netzwerktreffen im Rahmen des Team Kreislaufwirtschaft

Das war das 1. Netzwerktreffen des Team Kreislaufwirtschaft

Das erste Netzwerktreffen des Team Kreislaufwirtschaft brachte Akteur:innen aus Gemeinden, Regionen und dem weiteren Kreislaufwirtschafts-Ökosystem zusammen. Ziel war es, das Projekt und seine Aktivitäten vorzustellen, zentrale Akteur:innen für ein bundesweites Netzwerk zu identifizieren und gemeinsam jene Themen zu diskutieren, die Gemeinden und Regionen bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft aktuell besonders beschäftigen. Darüber hinaus wurden erste Anknüpfungspunkte für eine vertiefte Zusammenarbeit erarbeitet. 

 

Kurzumfrage zum Netzwerk

Eine kurze Umfrage beim Netzwerktreffen zeigt deutlich, dass das Netzwerk stark kommunal verankert ist: 53 % der Teilnehmenden kamen aus Gemeinden und Regionen, ergänzt durch Zivilgesellschaft und NGOs (20 %) sowie Bund und Länder (10 %). Der durchschnittliche selbsteingeschätzte Wissensstand zur Kreislaufwirtschaft lag bei 2,7 und unterstreicht den Bedarf an weiterer Qualifizierung und praxisnaher Unterstützung. Bisherige Aktivitäten konzentrieren sich vor allem auf Kompetenzen & WissenVeranstaltungen und Abfallwirtschaft, während andere Handlungsfelder noch wenig erschlossen sind. Für die Zukunft werden insbesondere Bauen & BödenAbfallwirtschaft sowie der Aufbau von Kompetenzen als zentrale Schwerpunkte genannt – und bestätigen damit die inhaltliche Ausrichtung und den Unterstützungsbedarf, den das Team Kreislaufwirtschaft adressiert. 

In Kleingruppen wurden im Rahmen des Netzwerktreffens Vorreitergemeinden und -initiativen gesammelt, zentrale Stakeholder und Kompetenzträger:innen benannt und die zentralen Kreislaufwirtschaftsthemen für Gemeinden und Regionen eruiert. 

Zentrale Stakeholder & relevante Akteursgruppen

Als zentrale Akteursgruppen wurden Gemeinden und Regionen selbst identifiziert, insbesondere Bürgermeister:innen, Amtsleiter:innen und engagierte Gemeinderäte. Eine wichtige Rolle spielen bestehende regionale Programme und Netzwerke wie KEM-, KLAR!- und LEADER-Regionen, da sie über etablierte Strukturen, Erfahrung und lokale Ansprechpersonen verfügen. Ebenso relevant sind aus Perspektive der Netzwerkteilnehmer:innen Abfallwirtschaftsverbände, Abfallberater:innen sowie Umwelt- und Bildungsakteure, insbesondere im Bereich Bewusstseinsbildung. Auf übergeordneter Ebene wurden Landesstellen, Koordinierungsstellen, Interessenvertretungen und die Wirtschaftskammer genannt. Ergänzt wird das Netzwerk durch soziale Betriebe, Re-Use-Organisationen und NGOs. Mehrfach wurde betont, dass bestehende Strukturen genutzt und gestärkt werden sollen und neue Parallelstrukturen zu vermeiden sind. 

Expertise & Kompetenzträger:innen

In den Kleingruppen wurde eine breite Palette an vorhandener Expertise sichtbar. Diese reicht von Abfallwirtschaft und Abfallberatung über Re-Use, Reparatur und soziale Betriebe bis hin zu nachhaltiger Beschaffung, Energie, Wärme und ressourceneffizientem Bauen. Auch Regionalentwicklung, partizipative Prozesse sowie wissenschaftliche Einrichtungen und Fachhochschulen wurden mehrfach genannt. Insgesamt zeigt sich, dass umfangreiches Know-how vorhanden ist, dieses jedoch oft fragmentiert vorliegt. Ein strukturierter Zugang zu Expert:innen und Kompetenzen wurde daher als zentraler Mehrwert für Gemeinden hervorgehoben. 

Zentrale Themenfelder (Themenradar)

Über alle Gruppen hinweg wurden mehrere thematische Schwerpunkte identifiziert. Dazu zählen klassische Themen der Kreislaufwirtschaft wie Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Reparatur, nachhaltige Beschaffung sowie problematische Stoffströme wie Textilien und Batterien. Stark vertreten wurden zudem nachhaltiges und kreislauffähiges Bauen, Rückbau, Materialwiederverwendung und Leerstandsaktivierung. Weitere wichtige Themen sind regionale Wertschöpfung, Bioökonomie, Holz, Kompostierung und industrielle Symbiosen. Als Querschnittsthemen wurden Bewusstseinsbildung, Kommunikation, Messbarkeit von Kreislaufwirtschaft, Daten als Entscheidungsgrundlage sowie Mobilität genannt.  

Erfolgsfaktoren & identifizierte Bedarfe

Als zentrale Erfolgsfaktoren wurden praxisnahe Ansätze, konkrete Beispiele und niederschwellige Einstiege in das Thema Kreislaufwirtschaft genannt. Gemeinden benötigen Quick Wins, klare Aufwand-Nutzen-Argumente und persönliche Ansprechpersonen. Die Nutzung bestehender Programme und Netzwerke wurde als entscheidend erachtet. Ein gemeinsames Verständnis von Kreislaufwirtschaft, klare Kommunikation sowie Unterstützung bei der Umsetzung – nicht nur bei Analyse und Strategie – wurden als zentrale Bedarfe hervorgehoben. Besonders wichtig ist es, kostenlose oder kostengünstige Angebote für Gemeinden sichtbar zu machen. Mehrfach angesprochen wurden auch herausfordernde Rahmenbedingungen wie fehlende politische Vorgaben, knappe Budgets und die hohe Komplexität des Themas für Gemeinden. 

Gesamtfazit aus den Kleingruppen

Das erste Netzwerktreffen zeigt deutlich, dass es in Österreich ein hohes Engagement und zahlreiche gute Beispiele für kommunale und regionale Kreislaufwirtschaft gibt, diese jedoch bislang nur begrenzt systematisch vernetzt sind. Gemeinden stehen häufig vor ähnlichen Herausforderungen, arbeiten aber oft isoliert. Der größte Mehrwert liegt daher in Struktur, Übersetzung und Verbindung – zwischen Themen, Akteur:innen, Ebenen und bestehenden Initiativen. Damit bestätigt das Netzwerktreffen klar die Rolle des Team Kreislaufwirtschaft als vernetzende, strukturierende und unterstützende Plattform für kommunale und regionale Kreislaufwirtschaft.