Jahrestreffen.Klimabündnis. Salzburg

Rückschau: Mitgliederversammlung und Jahrestreffen in Werfenweng vom 13.10.22 mit dringenden Apellen aus Amazonien, Klimarat und beteilgten Gemeinden und Bildungseinrichtungen

Klimabündnis Gemeinden und Schulen berichten über lokale Umsetzungen wie Schulstraßen, Bahnverlängerung oder Flächen-sparende Holz-Neubauten beim salzburgweiten Treffen in Werfenweng

Amazonien trifft Alpen
Dringende Appelle des Klimarats zu lokalen Klimaschutzmaßnahmen wurde durch Klimafolgen-Bericht der Klimabündnis-Partnerinnen vom Rio Negro bestätigt

Werfenweng, Oktober 2022 Janete Figueredo Alves vom Volk der Desana war als „Landeshauptfrau“ eines riesigen Teilgebietes des Rio Negro in Amazonien im Bundesland Salzburg. Die 35 jährige Mutter von vier Kindern war das erste Mal in ihrer Funktion als Präsidentin des Dachverbands Indigener vom Rio Negro in Brasilien in Europa. Alves war in wissenschaftlicher Begleitung der ebenfalls 35 jährigen Biologin Natalia Camps Pimenta vom Institut für Umwelt und Soziales auf Besuch in Klimabündnis-Gemeinden.

Mitten in den Alpen zeigten wir den Vertreterinnen die schon sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels. Die Folgen von Hochwässern wie im Pinzgau oder die überdurchschnittlich warmen bis sehr heißen und trockenen Phasen kennen auch die Partnerinnen vom Rio Negro. Dort wird die Ernte des Hauptnahrungsmittels Maniok zerstört, es können keine Samen für den Anbau im nächsten Jahr gewonnen werden und Fische als Haupteiweißquelle verenden. Für Völker, die sich hauptsächlich von dem ernähren was sie anbauen, birgt das große Gefahren.

Die Anwesenden in Werfenweng bestätigen, dass lokaler Klimaschutz in Gemeinde und Schule „nur mit vielen kleinen Schritten gelingen kann“ – so Peter Brandauer als Vorsitzender des Klimabündnis Salzburg, „auch wenn die Zeit drängt“. Die Gemeinden und Schulen, die seit vielen Jahren im Klimabündnis Netzwerk aktiv sind, berichten von wichtigen Projekte wie der Verlängerung und Elektrifizierung der Mattigtalbahn, der Errichtung von Schulstraßen mit Platz für die Kinder fürs zu Fuß gehen, Heizungstausch und Gebäude Neuerrichtungen in Holzbauweise inklusive Entsiegelungsmaßnahmen. Der Salzburger Vertreter des Klimarats Harald Rettenegger appelliert dennoch, dass wir „deutlich weniger verschwenden und die vielen Empfehlungen des Klimarats für lokale Maßnahmen schnell umsetzen müssen.“

Die Partnerschaft zwischen Klimabündnis Gemeinden in Österreich und indigenen Völkern am Rio Negro ist 29 Jahre alt. Über diese wurde kein Regenwald gekauft, sondern die Menschen selbst unterstützt. Und das wichtigste ist den Indigenen, ihre Landrechte zu sichern. Mithilfe der Klimabündnisgemeinden und –länder ist das gelungen. Inzwischen ist der Obere und Mittlere Rio Negro gemeinsam mit den angrenzenden Gebieten das größte zusammenhängende und nachgewiesen intakte Regenwaldgebiet weltweit. Das hat natürlich auch Auswirkung auf unser Weltklima. Was in den 90er Jahren noch belächelt wurde, ist nun ein weltweites Vorbild für partnerschaftlichen Klimaschutz. Immer mehr Menschen in Europa beginnen zu verstehen, wie wichtig der Regenwald und weitere Ökosysteme für uns alle, den weltweiten Klimaschutz und den Artenerhalt ist.

Hier finden Sie die Präsentation der Mitglieder-Versammlung
Hier steht das Protokoll der Mitglieder-Versammlung zum Download
Hier finden Sie Fotos zur Veranstaltung in Werfenweng und weiteren Stationen der zwei brasilianischen Botschafter:innen

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