Corona Virus breitet sich am Rio Negro immer stärker aus

Coronakrise: 3.500 Euro aus Klimabündnis-Spendentopf gehen an die FOIRN.  

Ein Foto aus besseren Zeiten. Daniel Baniwa am Hintertuxer Gletscher. Foto: Klimabündnis

Die indigenen Dörfer am Rio Negro im Amazonas-Regenwald schotten sich von der Außenwelt ab. In São Gabriel kollabiert das kleine Spital und die Stadt erklärt den „lockdown“. In Manaus, der nächsten großen Stadt, versuchen Menschen zu flüchten. Das Corona-Virus verbreitet sich explosionsartig und täglich sterben über hundert Menschen. Da der Flug- und Schiffsverkehr eingestellt ist, mieten die verzweifelten BewohnerInnen in Gruppen Boote und versuchen, die Kontrollposten entlang der Flüsse zu umgehen.

Über 741 bestätigte Coronaerkrankte und 21 Todesfälle (Stand 26.05. in São Gabriel, an 6. Stelle im Bundesstaat Amazonas bei rd. 40.000 EW) gibt es mittlerweile im Partnergebiet des Klimabündnis Österreich. „Unsere Freunde am Rio Negro versuchen sich zu isolieren und sind vielerorts nur mehr über das Funknetz der Partnerorganisation FOIRN, dem Dachverband der indigenen Organisationen, in Kontakt mit der Außenwelt. Unter den Betroffenen ist auch Daniel Benjamin Baniwa. Er ist Lehrer an der Pamáali-Schule und war 2009 zu Besuch in den Klimabündnis-Gemeinden in Österreich“, so Johann Kandler vom Klimabündnis Österreich.

Die ärmsten Familien im Teufelskreis

Wie dramatisch die Situation ist, schildert Marivelton Rodrigues Barroso, Präsident der FOIRN: „Es ist ein Teufelskreis. Einerseits sollten wir zu Hause bleiben, andererseits müssen viele von uns ihrer täglichen Arbeit nachgehen, um über die Runden zu kommen. Die ärmsten Familien erhalten von der Gemeinde 200 Reais/Monat, das reicht gerade für einige Tage. Oft leben aber 10 bis 15 Personen in einem Haus – Großeltern, Eltern, Onkel, Tanten und Kinder. Zumindest wurde angekündigt, dass in den nächsten Tagen freiwilliges medizinisches Personal am Rio Negro eintreffen soll. Hoffentlich gelingt es, das Schlimmste zu verhindern.“

3.500 Euro aus Klimabündnis-Spendentopf 

Der Frauen-Organisation der FOIRN kommt in dieser humanitären Krise eine zentrale Rolle zu. Sie arbeitet eng mit dem lokalen Krisenkomitee zusammen und versucht zu verhindern, dass sich das Corona-Virus auf die 750 indigenen Gemeinschaften ausbreitet. Einige der 23 Ethnien in der Region bestehen nur mehr aus mehreren Dutzend Menschen und wären bei Ansteckung vom Aussterben bedroht. Ein Schlüssel dabei ist die Grundversorgung besonders sensibler Gruppen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, damit sie nicht in die Stadt kommen.

Johann Kandler: „Das Klimabündnis schickt 3.500 Euro aus in der letzten Zeit eingegangenen Spenden als Soforthilfe an unsere Partnerorganisation. Ein Danke an alle, die das möglich machten. Wer noch helfen will, findet unter folgendem Link weitere Informationen und kann auch auf das Spendenkonto beim Klimabündnis einzahlen."

Spendenkonto "Amazonien": IBAN: AT35 3412 9000 0006 9609, BIC: RZOOAT2L129

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