Neue Coronawelle im Amazonas

Coronaerkrankungen und Todesfälle steigen sprunghaft an. 14.000 Impfdosen sind in São Gabriel angekommen.

Foto: Miroslava Chrienova/pixabay.com

Corona-Update von unserem Amazonas-Experten Johann Kandler.

Seit Jahresbeginn steigen die Coronaerkrankungen und auch die Todesfälle in Manaus wieder sprunghaft an. Derzeit laufen Forschungen des brasilianischen Instituts Fiocruz zu dem in Japan entdeckten mutierten Virus aus dem Amazonasgebiet. Am 13.01. bestätigte Fiocruz diesen Virus bei einem reinfizierten Patienten in Manaus. Es scheint, dass er über ein höheres Ansteckungspotential verfügt, ähnlich wie die Mutationen aus England und Südafrika. Die Gesundheitseinrichtungen sind überfordert, die Sauerstoffvorräte am Ende und erst im Laufe der Woche sollen Lieferungen aus anderen Teilen Brasiliens erfolgen.

Am Rio Negro war die Situation bis Weihnachten unter Kontrolle, die Bevölkerung zuversichtlich und infolgedessen wurden die Vorsichtsmaßnahmen gelockert. Mit dem Beginn der Ferienzeit (Jänner/Februar) brachten die Familienbesuche eine Zunahme der Erkrankungen. Letzte Woche waren es durchschnittlich 100 pro Tag in São Gabriel da Cachoeira. Das einzige Spital ist vollbelegt. Seit Freitag gelten eine nächtliche Ausgangssperre und andere Einschränkungen. Auch die FOIRN hat alle Aktivitäten ausgesetzt und beteiligt sich bei den Hilfsmaßnahmen.

Impfdosen wurden geliefert

Erfreulicherweise sind mittlerweile 14.000 Impfdosen in São Gabriel angekommen. In erster Linie werden das Gesundheitspersonal und die Menschen in den indigenen Territorien geimpft. 

Durch die Coronakrise hat die Armut bei der indigenen und schwarzen Bevölkerung stark zugenommen. Die spärlichen Hilfszahlungen der Regierung sollen eingestellt werden, das erschwert es den Familien, sich an die Maßnahmen zu halten, weil sie täglich ums Überleben kämpfen müssen.

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